GDI in Deutschland
Die Geodateninfrastruktur in Deutschland (GDI-DE) ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen zur länder- und ressortübergreifenden Vernetzung von Geodaten der öffentlichen Verwaltungen über Geodienste.

Die GDI-DE wurde auf Beschluss des Chefs des Bundeskanzleramtes und der Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder (CdS) vom 27.11.03 eingerichtet.
Das Lenkungsgremium GDI-DE ist das fachpolitische Entscheidungsgremium für den Aufbau der GDI-DE. Es setzt sich aus Vertretern des Bundes (BMI, BMWi), der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zusammen. Der Vorsitz des Lenkungsgremiums (LG) wechselt in zweijähriger Reihenfolge zwischen den Mitgliedern. Vom 01.01.2009 bis 31.12.2010 liegt der Vorsitz beim Land Bayern, vertreten durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen.
Zur Vorbereitung der Entscheidungen des Lenkungsgremiums und zu deren Überwachung bedient sich das Lenkungsgremium einer Koordinierungsstelle GDI-DE (KSt.), die eine Verwaltungsvereinbarung des Bundes und der Länder trägt.
Dauerhaft eingerichtete Arbeitskreise zu Architektur der GDI-DE, Geodiensten und Metadaten beschäftigen sich vor allem mit technischen Fragen und beraten das Lenkungsgremium bei der Entwicklung von Konzepten und Maßnahmen. Die erarbeiteten Dokumente (z.B. Architekturkonzept, WMS-Profil) werden über das Lenkungsgremium GDI-DE fachpolitisch abgestimmt und auf der Webseite der GDI-DE veröffentlicht.
Nach dem Prinzip „einige für alle" werden durch Modellprojekte (bisher XPlanung, Registry, Schutzgebietsinformationen und Geodatenkatalog) der Wissenstransfer und der Austausch von Lösungen der Länder, der Kommunen und des Bundes sichergestellt.
Die Kommission für Geoinformationswirtschaft (GIW-Kommission) ist die Schaltstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung. Die GIW-Kommission ist im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) angesiedelt und setzt sich aus Vertretern der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft (derzeit 18 Verbände) zusammen. Ihr Ziel ist es, eine bessere wirtschaftliche Nutzung staatlicher Geoinformationen anzustoßen. In Projektgruppen mit Mitgliedern aus Industrie und Behörden werden Leitprojekte gemeinschaftlich umgesetzt. Das Vorgehen wird eng mit dem Lenkungsgremium GDI-DE abgestimmt.
Mit Deutschland-Online, dem Dachvorhaben zu den E-Government-Aktivitäten in Bund, Ländern und Gemeinden sollen die E-Government-Anwendungen in den verschiedenen Verwaltungsbereichen harmonisiert und verknüpft werden. Die Umsetzung erfolgt in Modellprojekten unter Federführung eines Landes. Mit dem Vorhaben „Geodaten“ (Leitung NRW) ergibt sich eine enge fachliche Verknüpfung zur GDI-DE, deren Struktur Deutschland-Online zur Projektumsetzung nutzt. Aus dieser Zusammenarbeit resultiert z.B. das Vorhaben XPlanung (digitaler Austausch von Bauleitplänen).
Zur Verbesserung der Koordinierung des Geoinformationswesens innerhalb der Bundesverwaltung wurde am 8. September 1998 der Interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen IMAGI unter der Federführung des BMI eingerichtet. Über den IMAGI stimmen die Bundesressorts ihre „Geodatenpolitik“ ab und bringen über das BMI Vorschläge in das Lenkungsgremium GDI-DE ein. Für die Geodatenbestände des Bundes wurde das Geoportal GeoPortal.Bund geschaffen.
Ausführliche Informationen zu Organisation, Aufgaben, Arbeitskreisen und Projekten der GDI-DE sowie Profile und Konzepte finden Sie auf der Homepage der GDI-DE:
Homepage der Geodateninfrastruktur Deutschland